Reisebericht Wallisellen – Hamburg – Wallisellen

Ladestationen

Berichtes eines Selbstversuches

Fahrt Zürich nach Hamburg

Ist eine Fahrt von Zürich nach Hamburg in einem ausschliesslich elektrisch angetriebenen PW möglich?
Antwort: Kein Problem! Gerade selbst absolviert. PW: Tesla S 85D. Abfahrt bei Zürich um die Mittagszeit – 1 Übernachtung bei Kassel nach Besuch bei Bekannten.

Eintreffen in Hamburg nach Besuch diverser Verwandter und Bekannter entlang der Strecke am nächsten Tag.
Laden: Mit etwas Planung (das meiste erledigt der Tesla selber) kein Problem. Verbrauch je nach Topographie und Geschwindigkeit 20 bis 25 kWh/100 km.
Höchstgeschwindigkeit 230 km/ h. Antritt: Phänomenal: Verbrenner kriegen keinen Stich. Porsche jagen könnte mein Hobby werden.
Allerdings geht dann der Elektrobedarf durch die Decke > 50 kWh/100 km.

Kleine Lücke im Tesla-Ladenetz derzeit bei Seesen/Rhüden. Abfahrt Richtung Norden wegen Bauarbeiten bis 8.10. gesperrt.
Ausweichen nach Lauenau bei Hannover (113 km weiter).
Etwas nervig: Kleinstaaterei der Nicht Tesla Ladesäulen in DE. Es ist abenteuerlich, welche RFID Kartensätze man dabei haben muss,
wenn man ausserhalb des Tesla Ladenetzes etwas nachladen möchte. Da besteht noch Potential!!

Es geht von Lüneburg über Hamburg wieder zurück nach Wallisellen.

Start am frühen Morgen in Lüneburg –  Fahrt nach Hamburg zum Abholen von einigen Gepäckstücken, die nach Wallisellen gebracht werden sollen. Der Tesla erweist sich mit dem Kofferraum hinten und vorne als echtes Raumwunder. Alles wird problemlos verstaut und dann gegen 11 Uhr erfolgt der Start in Richtung Süden.

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Erster kurzer Ladestopp mit WC-Besuch an den Tesla Ladesäulen am SnowDome bei Bispingen. Voll schräge Einrichtung mit einer Halle zum Skifahren (auch im Sommer) und unten tobte ein Oktoberfest.

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Auf der Strecke Richtung Hamburg kann der Tesla zeigen was er kann. Es geht 3-spurig Richtung Süden bis Soltau.
Leider blockieren immer wieder Verbrenner wie Rasaratis, Bizzarinis oder Porschellas die Fahrbahn. Ist aber interessant, wie schnell sie dann im Rückspiegel kleiner werden, wenn sie denn mal Platz machen. Vielleicht sollte die Überholspur in Zukunft grundsätzlich für Verbrenner tabu sein? Dann Zwischenhalt in Rhüden mit längerer Pause mit Mittagessen.

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Weiter geht es Richtung Kassel. Das gute Mittagessen mit den Getränken macht sich bemerkbar. Also kurze Pause mit einem Stopp an den Ladesäulen in Malsfeld und einen Kaffee mit Kuchen genehmigen. Dann geht es weiter nach Gramschatzer Wald mit einer Pause zum Abendessen.

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Es ist spät geworden und am nächsten Tag will ich meine Freunde in Stuttgart besuchen. Also bleibe ich in Würzburg und stürze mich in das Nachtleben an der Mainbrücke. Hier wird im Freien und in Lokalen kräftig Wein verkostet. Coole Stimmung.

Am nächsten Tag interessiert mich Heilbronn – wir hatten einmal Verwandte dort. Also Halt in der Innenstadt an einer Nicht-Tesla Ladesäule, die 11 kW Ladeleistung spendiert. Sie befindet sich in der Tiefgarage am Theater. Erste Hürde: Der Tesla ist gross und die Garage gefühlt etwas eng. Dann Hürde zwei: Die Ladesäulen sind nicht ausgeschildert – es darf gesucht werden. Hürde 3: Einparken – Kabel verbinden und dann die richtige RFID Karte finden. Witzig an einer Säule wird eine der 7 Karten an Bord akzeptiert – an der anderen baugleichen nicht. Also Umparken und dann fliesst auch der Strom.

Das Beste an der Innenstadt in Heilbronn ist das Kaffee Spazz. Hier gibt es ein kräftiges z’nüni. Dann geht es weiter nach Leonberg an die nächste Ladesäule. Mit den 11 kW im Parkhaus Heilbronn kommt man nicht weit … jedenfalls nicht bis Zürich.

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Die Ladesäulen in Leonberg sind aus Richtung Norden derzeit nur schwer anzufahren wegen einer Baustelle mit Sperrung der betreffenden Ausfahrt. Darüber schweigt sich das Navigationssystem aber aus. Das bedeutet einen kleinen Umweg von 40 km um auch dem gerade herrschenden Stau auf der Gegenfahrbahn auszuweichen. Die Ladesäulen sind gut besucht – 2 sind auch ausser Betrieb. Leider gibt es hier nur ein amerikanisches Spezialitäten Restaurant für die Mittagspause.

Nach dem Besuch meiner Freunde in Leonberg und einem ausführlichen Schwatz geht es dann zügig wieder nach Wallisellen zurück und der Tesla zeigt wieder den Beschleunigungsmeister auf der Strecke zum Bodensee.

Am nächsten Tag geht es zum Laden an die Ladesäule nach Dietlikon und ich staune. An den 6 Ladesäulen herrscht ein veritabler Tesla Stau. Alle 6 Säulen sind besetzt. Drei weitere Teslas warten bereits. Ich wäre dann Nr. 4.
Also lieber zurück nach Wallisellen an die eigene 22 kW Ladesäule und den Wagen zu einem späteren Zeitpunkt aufladen. Das klappt dann auch tadellos.

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Kleines Fazit der Reise Wallisellen – Hamburg / Lüneburg und retour

  • Für die Leistungsfans unter uns:
    Die Performance des Tesla S ist beeindruckend. Bis zur (abgeregelten) Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h zieht er sauber und druckvoll durch. Auf der ganzen Fahrt ist mir nur ein einziges Fahrzeug begegnet, das mithalten konnte. Alle anderen wurden ziemlich schnell im Rückspiegel kleiner.
    Bitte nur auf deutschen, leeren, trockenen, geraden und möglichst 3-spurigen Autobahnen probieren!
    Und bitteschön: Die Bremswege werden dann wesentlich länger als einem die Erfahrung vorspiegelt.
    Zur Erinnerung E=1/2 m v2. Da ist erstens die reine Masse des Tesla und viel wesentlicher das v2 im Spiel.
    Und deshalb leert sich die Batterie auch ziemlich rassig.
  • Für die gemütlichen Fahrer unter uns:
    Der Wagen fährt sich völlig problemlos. Mir hat die adaptive Abstandsregelung besonders gefallen. Der Wagen passt sich einfach an den Verkehrsfluss an und verzögert und beschleunigt wieder je nach Situation. Die übersichtliche Karte zeigt einem wirklich in Echtzeit Staus und stockenden Verkehr an. Hatte ich eine solche Anzeige auf der Karte, dann war da auch ein Problem.
    Vom „Autopiloten“ habe ich die Finger gelassen. Dazu bräuchte ich erst eine ausführliche Einführung. Aber ich freue mich schon drauf: Ich bin die erste Generation, die nie wieder den Fahrausweis im Alter (75+) abgeben wird, weil bis dahin die Fahrzeuge selber fahren.
  • Für die mit viel Gepäck:
    Der Kofferraum vorne und hinten schluckt einiges. Angst vor grossen Gepäckmengen ist unbegründet.
  • Nachladen:

An Tesla-Ladestationen kein Problem. Vorsichtig rückwärts heranfahren, Ladeeinrichtung anschliessen und schon geht es los. Einschränkung: Wenn eine Station aus einer Autobahn Richtung nicht anfahrbar ist, dann hat die Anzeige dazu nicht immer geklappt. Einmal wurde die Station richtigerweise angezeigt, könnte aber ohne weitere Begründung nicht als Ziel aktiviert werden. Eine andere Station wurde als Ziel angezeigt, konnte aber wegen einer Baustelle mit Sperrung der Ausfahrt gar nicht direkt angefahren werden. Es macht Sinn auf solche Situationen vorbereitet zu sein und die Batterie nicht völlig auszuquetschen. Im Notfall sollte die Station dahinter noch erreichbar bleiben.
Aber um die Verhältnisse zu wahren: Über 10 Mal war das kein Problem.
350 km sind realistisch zu schaffen auch mit Durchschnitts-Geschwindigkeiten von 120 km/h. Und dann tut eine Pause auch ganz gut!
An Nicht-Teslaladestationen: Praktisch nur Probleme – welche Karte passt wo? Man muss ein ganzes „Kartenspiel“ dabei haben. Die Ladeleistung ist auch nicht an dieses Fahrzeug angepasst, allenfalls wenn man über Nacht bleibt.

  • Einschränkung:

Aufgrund der Abmessungen des Fahrzeuges sind alle Parkhäuser eine Herausforderung. Ausserhalb fährt sich der Tesla völlig problemlos.

  • Vermieter
    Wer selber einmal ein Fahrzeug mieten will, hier mein Vermieter-Tipp: Klaus Fischer aus Erlangen  (Kollege von Siemens Healthcare)
    tesla2rent.ch

Nun geht es wieder mit unserem BMW i3 REX weiter. Der reicht für die Schweiz völlig aus.  

Freundliche Grüsse
Dr. Jürgen Baumann

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E3 =  Energieeffizienz           &        Erneuerbare Energie           &          Elektromobilität

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